Manfred
Berthold
Prof Arch DI Dr
Abb.
Erdeljan Daniel: Galzigbahn Arlberg, driendl architects, Seminararbeit 2008
Wahlseminar Planungs- und Bauökonomie | Ablauf
Das
Wahlseminar stellt die erste wissenschaftliche Auseinandersetzung im Rahmen des
Architekturstudiums dar. Anhand von architektonischen Problemstellungen sollen
bautechnische Belange im Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis untersucht
werden. Neben Recherchen im klassischen Sinn sollen Untersuchungen zu
bautechnisch relevanten Themen insbesondere vor Ort, an der Stelle des Bauens -
der Baustelle - angestellt werden. Die Auseinandersetzung in der zeitlichen
Verfolgung eines Baugeschehens umfasst die Analyse, Dokumentation und
Reflexion.
I. Innerhalb
des Studienjahres
II. Lehrveranstaltungsfreie Zeiten
I. Synchronität des Baugeschehens
II. Seminaristischer zeitlicher Ablauf
I. Bewertungskriterien der Arbeit
II. Diskussionskriterien und Disputation
Das Wahlseminar Planungs- und
Bauökonomie wendet sich an Architekturstudenten, die in den Bereichen
Hochbauplanung, Ausschreibung/ Vergabe und Bauüberwachung oder der Betreuung
von Gebäuden im Bestand tätig werden wollen. Im Sinne einer fachbezogenen
Fortbildung dient die Aufgabenstellung der Auseinandersetzung mit Praxis und
Theorie / Planung und Realität. Diese Arbeit soll zeigen, dass der
Bearbeiter/die Bearbeiterin in der Lage ist, eine konkrete Problemstellung in
einer begrenzten Zeit zu lösen und entsprechend zu dokumentieren.
Das Wahlseminar findet im
überschaubaren Rahmen von seminaristischen Vorträgen, den Austausch und
Vertiefung von [Er-]Kenntnissen im zwanglosen Teilnehmer*innenkreis gemeinsam
statt.
I.
Innerhalb des Studienjahres
Das Seminar
findet jeweils nach Angabe im TISS (voraussichtlich mittwochs von 1100
bis 1300 Uhr bzw. donnerstags von 1300 bis 1500
Uhr) statt. Bitte auch auf die im TISS angegebenen Räumlichkeiten achten (entweder
im Hörsaal 14 bzw. als Videokonferenz im Zoom). Die genauen Seminartermine sind
im TISS in der Rubrik LVA Termine der Lehrveranstaltung im TISS, als
ausklappbares Fenster unter „Einzeltermine anzeigen“ angeführt (i.d.R.
14-tägige Termine).
II.
Lehrveranstaltungsfreie Zeiten
Nur nach
persönlicher Voranmeldung.
Der Ablauf des Wahlseminars beinhaltet
neben dem Erfassen des Baugeschehens, die Kontaktaufnahme mit den
Planerverfasser*innen/ Architekt*Innen, Gespräche, seminaristische Diskussion
und Disputation.
I.
Synchronität des Baugeschehens
Der Zeitliche
Ablauf des Seminars soll synchron mit der laufenden Baugeschehens erfolgen. Der
zeitliche Ablauf im Erfassen des Baugeschehens schließt die Kontaktaufnahmen mit
den Planverfassern, Architekt*innen bzw. Bauleitung und ausführenden Firmen mit
ein.
Das
Erfassen passiert auf fotografischer Basis (genaue Angabe des Ortes der
Aufnahme, Datum, Zeit, Blende, Kamera), Gesprächen mit den oben genannten
Personen (genaue Angabe des Ortes des Gesprächs, Namen des Gesprächspartners, Zeitlicher
Gesprächsrahmen, Inhalt des Gesprächs).
II.
Seminaristischer zeitlicher Ablauf
1.
Einführung
2.
Vorstellung des
Themas der Arbeit (Baustellenvorstellung)
3.
Erste
Erkenntnisse Baustellenbesuch (Anmerkung: Ein Baustellenbesuch muss nach
Absprache mit der Baustellenleitung –Hausherr- erfolgen)
4.
Diskussion der
Details, Schnitte, Grundrisse (zur Verfügung gestellt von Planungs- od.
Baubüro)
5.
Diskussion
zweidimensionalen Fassadenschnitts (Entwurf – Ausführung)
6.
Räumliches Denken
im Detail (Normalprojektion um die Ecke diskutiert)
7.
Diskussion und
Erstellung eines dreidimensionalen Fassadenschnitts
8.
Baukostenvergleich
9.
Formale
Ausarbeitung
10.
Resümee
(Diskussion und Disputation)
Die Bewertung der Arbeit setzt sich aus den
Kriterien der Qualität der schriftlichen Arbeit, sowie der disputativen Ebene
zusammen.
I.
Bewertungskriterien der Arbeit
Die Abgabe
erfolgt in Form von einem Booklet und CD-Rom
1.
Vollständigkeit
2.
Übersichtlichkeit
3.
Inhaltliche
Qualität
4.
Formale Qualität
II.
Diskussionskriterien und Disputation
Eine (wichtige!)
Form der Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Arbeiten ist die
Disputation. Sie dient dazu, die Stimmigkeit einer wissenschaftlichen Arbeit zu
überprüfen. Bei einer Disputation muss der Verfasser/die Verfasserin einer
wissenschaftlichen Arbeit die eigene Forschungsarbeit gegenüber den Opponenten
"verteidigen".
Die Arbeit
gliedert sich in folgende Ebenen auf: Inhalts–, Diskurs–, Sprach-/Zeichen- und
Formebene. Zwischen den vier Ebenen existiert eine Wechselwirkung. Auf jeder
Ebene ist Sorgfältigkeit verlangt.
1.
Inhaltsebene:
a.)
Allgemein
theoretische Aspekte:
Ist der Stand der
Forschung hinreichend ausgewertet? Wurde disziplinär oder interdisziplinär
gearbeitet? Ist der theoretische Teil selbständig erarbeitet? Wurde der
Begriffsapparat genügend abgesichert und genügend expliziert? Ist die
Argumentation schlüssig und eindeutig?
b.)
Allgemeine
methodologische Aspekte:
Ist der Ansatz
wissenschaftstheoretisch begründbar? Ist die Hypothesenfindung und -begründung
ausreichend begründet? Sind die Validität und Reliabilität der Methoden und des
Untersuchungsmaterials gegeben?
2.
Einordnung der
Untersuchungsergebnisse in einen größeren Zusammenhang:
Fördert die Arbeit den allgemeinen Erkenntniszuwachs? Eröffnen die Ergebnisse
der Arbeit neue Perspektiven? Trägt die Arbeit zur Grundlagenforschung bei?
Sind die Ergebnisse der Arbeit relevant für die Praxis?
3.
Diskursebene:
Wurde das Thema genügend abgegrenzt? _ Ist die Aufgabenstellung ausreichend
begründet? Ist die Gliederung logisch (Konnexität, Textkomposition)? _ Folgt
die Arbeit der wissenschaftlichen Argumentationsweise? _ Sind die rhetorischen
Mittel adäquat? _ Ist das Verhältnis von Referat und eigener Leistung
ersichtlich?
4.
Sprach- und
Zeichenebene:
wird ein wissenschaftlicher Stil verwendet (d.h. Fachsprache und kein
Fachjargon)? _ Ist die Verständlichkeit und Lesbarkeit (Lexik, Fachlexik,
Syntax, etc.) gegeben? _ Verhalten sich die Textteile logisch zueinander
(Rhythmus, Mikro- und Makroebene des Textes)?
5.
Formebene:
ist der formale Aufbau, die Architektonik des Textes einsichtig?
Ist der wissenschaftliche Apparat (Zitate, Referenzen, Literaturverzeichnis,
Anmerkungen) sorgfältig angefertigt? Machen typographische
Hervorhebungstechniken und extralinguistische Vertextungsmittel den Text klar(er)?
Wie steht es um die "Sorgfältigkeit" (äußeres Erscheinungsbild,
Einband und Rechtschreibung)?
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